Dienstag, 7. Dezember 2010

Odyssee eines Schiffskochs

…………..oder die Auswirkungen des Fluglotsenstreiks in Spanien.

Kurz zur Erklärung: Einer meiner Söhne ist jetzt ein halbes Jahr als Koch auf der "Aida blu" zur See gefahren und die Heimreise stand kurz bevor. Erst waren sie einige Wochen auf der Ostsee unterwegs und ab September dann auf den kanarischen Inseln mit Abstecher nach Madeira. Nun war die Zeit vorbei und eigentlich wäre er am Samstag den 4. Dezember wieder nach Hause gekommen. Wir sollten ihn am Abend in Nürnberg vom Flughafen abholen und freuten uns schon riesig auf das Wiedersehen. Seine Geschwister und Freunde planten ihm eine Überraschungsparty zu spendieren, doch just am Tag vor seinem Abfluges von Teneriffa passierte es: Streik der spanischen Fluglotsen!!!!!!! Erst war er noch zuversichtlich dass es doch noch klappen könnte, doch dann war irgendwann klar dass da nichts mehr geht. Die Party wurde dann kurzerhand abgeblasen, es macht ja auch keinen Sinn wenn die Hauptperson durch Abwesenheit glänzt!

Der Sonntag kam und wir warteten auf den erlösenden Anruf: Ich komme! Doch nichts tat sich und wenn ich ihn auf dem Handy erreichen wollte, bekam ich immer nur eine spanische Ansage von der ich natürlich kein Wort verstand. Endlich dann am Abend läutete das Telefon und er war dran. Er sei noch auf dem Schiff erzählte er uns, denn auf Grund des Streikes ist sein Nachfolger natürlich auch nicht mehr rechtzeitig angekommen und so konnte er sein Köfferchen wieder auspacken und kurzfristig die Kochschürze nochmals anziehen.
Als ich dann am Montagmorgen den PC anmachte, las ich die Nachricht dass er abends um 22.10 Uhr in München landen sollte und dann eventuell bei einem Freund schlafen könnte. Dass wir ihn abholen sollen, davon war jedoch keine Rede und so sind wir mit dem Telefon auf dem Nachttisch ins Bett gegangen. Die Witterungsverhältnisse hätten es allerdings auch gar nicht zugelassen mal schnell nach München zu fahren und wir hörten dann auch den ganzen Tag nichts mehr von ihm. Aber auch als die Maschine schon längst gelandet war, blieb das Telefon stumm und ich dachte mir schon dass da etwas nicht stimmen konnte. Heute morgen dann wusste ich auch warum, denn bei facebook sah ich dann diese Meldung: So, bin immer noch in Madrid, haben im Hotel geschlafen (mitten in der City, geile Stadt) um kurz nach 8 gehts dann weiter nach Muenchen, fliegen Business Class, alles auf Kosten der Company und Iberia, uns gehts gut... :-)
Heute Nachmittag kam dann der ersehnte Anruf dass er jetzt im Zug nach Würzburg sitzt und wir ihn bitte dort abholen sollen. Zum Glück sind es nach Würzburg nur 45 km und just in dem Moment als wir das Bahnhofsgebäude betraten, kam er uns auch schon entgegen. Jetzt ist er heilfroh wieder daheim zu sein und möchte morgen erst mal richtig ausschlafen.
Ich möchte nicht wissen wie vielen Reisenden es ähnlich ergangen ist, aber so lange wie er war bestimmt niemand unterwegs und das alles nur wegen einem Streik der letztendlich niemand was genützt hat


Kommentare:

  1. Wenn man betroffen ist, dann ist das überhaupt nicht lustig. Wir saßen mal in Seattle auf dem Weg nach Alaska fest, weil kurz zuvor eine Maschine der Alaska Airlines abgestürzt war. Viele Stunden lang ging das und mein Mann hatte sich kurz vor Abflug operieren lassen müssen, für ihn war das eine echte Strapaze. Aber, Sicherheit war natürlich wichtiger.

    Dein Sohn hat es ja nun genommen, wie es eben kam, mit Bravour! Und kam in den Genuss von Business-Class etc. - auch nicht übel. Alles andere kann nachgeholt werden!

    Lieben Gruss, Brigitte

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  2. Mei, wie blöd.....
    Da hat er (und Ihr) ja ziemlich flexibel sein müssen, gezwungenermassen....
    Ich habe im Fernsehen erst letzte Woche, als es schneite gesehen, wie die Passagiere am Flughafen Frankfurt festsassen. Da dachte ich mir, daß ich mir das gar nicht vorstellen kann. Muss ja schon arg sein. Aber ein junger Mensch packt das noch leichter. Und jetzt habt Ihr ihn ja daheim...
    Verwöhn ihn mal schön... ;-))
    lg Frieda

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  3. Mensch Lis, was ein Käse - aber das erging wohl vielen Reisenden dieser Tage so......:o))
    Gut, dasss er wieder wohlbehalten zurückgekehrt ist, nicht wahr?
    LG und noch eine frohe Woche wünscht Dir
    Birgit

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  4. Sowas ist schon blöd. Wir sind einmal zwei Tage in Italien festgesessen weil "sciopero" also Streik war. Tankstellenstreik um genau zu sein. Man konnte nirgendwo mehr Benzin kaufen und wir hatten keines mehr :(

    lg kathrin

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  5. Ach du liebe Zeit!
    Irgendwie kommen bei Streiks immer nur die zum Handkuss, die gar nichts für die Bedingungen können. Früher wurde dadurch vielleicht noch etwas bewirkt, aber heute wird das von den Obrigkeiten einfach ausgesessen. Zum Glück ist dein Sohnemann damit locker umgegangen (und Business zu fliegen, das hat ja auch was ;o)) - und ich hoffe, dein Nervenflackern hat inzwischen auch wieder aufgehört... Nun wünsch ich dir / euch aber eine entspanntere Adventzeit! Alles Liebe, Traude

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  6. Liebe Lis,
    ich habe auch einen Sohn und kann mich so gut in dich rein versetzen. Jede Menge Ängste hätte ich ausgestanden - meine Gedanken wären immer im Kreis gelaufen - wir haben sie halt am liebsten bei uns zu Hause. Immer noch und immer wieder - nicht wahr?
    Auch ich finde, dass dein Sohn die Situation super gemeistert hat und die Ruhe bewahrt. Ich wünsche dir/euch noch eine wundervolle besinnliche Adventszeit - lg. Ruth

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  7. OmG! Da hat ja nicht nur der Sohnemann, sondern vor allem auch Ihr, eine richtige Odyssee hinter Euch. Er wusste ja jederzeit, dass es ihm gut geht. Die Ängste habt vor allem Ihr ausgestanden. Ich kann es so gut nachfühlen. Bin ja auch immer total ängstlich und voller Sorge, wenn ich weiß, dass die Kinder irgendwo unterwegs sind und ich nichts höre.
    GsD ist er ja dann noch heil wieder zu Hause angekommen. Und Business Class fliegen hat ja auch was. Eine schöne Entschädigung. Ich kann mir denken, dass er seinerzeit erstmal "die Schnauze voll" hatte.
    Ende gut alles gut.
    Viele liebe Grüße
    Birgit

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