Montag, 23. Juli 2012

Mit der "Aida" hoch zum Nordkap

Wenn mir vor einem halben Jahr jemand gesagt hätte dass ich im Juli schon wieder mit der "Aida" unterwegs sein würde, dann hätte ich ihn für verrückt erklärt! Aber genau so war es und da die Fahrten in den hohen Norden ja nur im Sommer stattfinden, "mussten" wir halt jetzt schon wieder unsere Koffer packen und so stachen wir am 7. Juli von Hamburg aus zur See. Das Wetter versprach gut zu werden, wenigstens wurde es uns so vorhergesagt.

Es ist immer aufregend wenn dann die Schiffssirene ertönt und die Aida Auslaufmelodie ertönt. Das ist Gänsehaut pur!

Da wir ja im Januar auf dem Schwesternschiff waren, fühlten wir uns gleich heimisch. Hier ist alles identisch, bis auf die Teppichböden und die Wandverkleidungen in den Treppenhäusern. Sogar die Bettwäsche und Handtücher haben die gleiche Farbe, nur dass wir diesmal eine Innenkabine hatten. Das war aber mit Absicht so gewählt, denn wenn schon da oben die Sonne nie untergeht, so können wir wenigstens die Türe schließen und schon ist es dunkel! In weißer Voraussicht hatte ich mir vorher noch ein "Schlummerlämpchen" gekauft, so hatten wir es nicht ganz so stockfinster und konnten wenigstens die Umrisse unserer Kabine erkennen.

Nach einem Tag auf See liefen wir dann den ersten Hafen an und das war Bergen in Norwegen. Die Sonne lachte von einem blitzblauen Himmel und es war so warm, dass wir froh waren wenigstens ein paar Sommerklamotten mitgenommen zu haben. Bergen ist ein recht nettes Städtchen mit vielen bunten Häusern und natürlich mit jeder Menge Wasser drumherum.

Ein Ausflug mit dem Bus führte uns unter anderem in höhere Regionen, von denen aus man eine herrliche Aussicht hat.


Ein kleiner Fußweg führte uns dann zu einer Stabskirche die ganz aus Holz gebaut ist. Leider ist sie vor ein paar Jahren durch eine Unachtsamkeit niedergebrannt. Man konnte nur den obersten Dachstuhl ( o. mitte) retten, hat aber die Kirche wieder originalgetreu aufgebaut und sie ist absolut sehenswert

Dann hieß es schon wieder Ade zu sagen, denn am nächsten Tag wartete der Geirangerfjord auf uns. Von ihm schwärmte schon immer mein Sohn, denn der hat ja auf der Aida blu gearbeitet und ist schon oft in Norwegen gewesen

Tschüss Bergen, willkommen Geiranger! So heisst auch der kleine Ort der ganz am Ende des Fjordes liegt, doch den sieht man erst wenn man ganz hinten angekommen ist

Leider hing an diesem Tag eine dicke Hochnebeldecke über der ganzen Kulisse, so dass uns der Anblick auf die Berge etwas verwehrt blieb. Der Anblick der steil ins Wasser abfallenden Berge mit ihren vielen Wasserfällen war trotzdem grandios und der Geirangerfjord wird nicht umsonst als der schönste Fjord der Welt bezeichnet.


Diese Kaskaden werden die "sieben Schwestern" genannt, es sind auch tatsächlich sieben Stück! Im Hochsommer sind es dann nur noch dünne Rinnsale, denn dann ist der meiste Schnee auf den Bergen geschmolzen.

Hier sind wir nun am Ende des Fjordes angelangt, wo schon ein Schiff vor Anker lag

Geiranger hat keinen Hafen und so mussten wir mit Tenderbooten an Land gebracht werden, übrigens das einzige Mal auf unserer Reise. Dort warteten schon jede Menge Busse auf uns und dann ging es unzählige Haarnadelkurven immer höher die Berge hinauf. Zuerst fuhren wir leider nur im Nebel herum und sahen somit nicht sehr viel von der herrlichen Landschaft

Doch oben angekommen schien die Sonne und es lag auch noch jede Menge Schnee. Und während Deutschland bei Regen und Kälte bibberte, konnte man hier im Kurzarm-Shirt rumlaufen. Diese kleinen Steintürme findet man hier oben an allen Ecken und wenn man selber einen baut, bedeutet das dass man wiederkommt. Man muss nur fest daran glauben, aber wer's glaubt wird selig! :-)

Von einer Aussichtsplattform hat man dann einen wunderbaren Blick auf den Fjord, der halt leider durch den Nebel ein wenig getrübt wurde. Nichtsdestotrotz war es ein einmaliges Erlebnis mitten im Sommer eine Schneeballschlacht gemacht zu haben.

Dann ging es weiter Richtung Nordkap und obwohl die Sonne immer noch schien, pfiff doch ein ordentlicher Wind übers Deck.

So schaute ich mir die Inselkette der "Lofoten" lieber von drinnen an, das war wesentlich angenehmer und vor allem wärmer

Diese kleine Halbinsel hier ist der nördlichste Punkt Europas, noch nördlicher als das eigentliche Nordkap das aber schon bald in Sicht kam.

Unser Schiff fuhr ziemlich nah dran vorbei, aber nicht so nah dass es gefährlich werden konnte. Man kann auch mit dem Bus hochfahren, aber 70 Euro pro Person für eine dreiviertel Stunde hochfahren und gleich wieder runter, das war uns dann doch ein wenig zu teuer. So vertraten wir uns in dem kleinen Ort Honningsvag ein wenig die Beine, aber außer ein paar anderen Touristen war kein Mensch auf der Straße zu sehen. Wahrscheinlich flüchten die Einheimschen wenn ein Kreuzfahrtschiff anlegt, ich kann sie gut verstehen, lach!

Diese Trolle stehen vor diversen Souvenirläden, aber sie gehören in Norwegen einfach dazu. Fast hätte ich es vergessen: Es gab natürlich auch eine Polartaufe an Bord bei der man zuerst Algen essen musste, dann wurde einem ein toter Fisch zum küssen hingehalten und zum Schluss taufte einem Neptun mit Meerwasser. Ich bekam den Namen "Elisabeth Engelsfisch", es wurde ein Foto gemacht und man bekam eine Urkunde in die Hand gedrückt dass man am soundsovielten den nördlichen Polarkreis überquert hat.
Hm, gibt es eigentlich Engelsfische?

Als wir um 24 Uhr wieder ausliefen war es immer noch hell und so fand dann auf Deck eine rauschende Nordkap-party statt. Irgendwann sind wir gegen 2 Uhr ins Bett gewankt und was waren wir froh dass es in unserer Kabine dunkel war :-)

Dann hieß es Abschied zu nehmen von Norwegen, denn der Kurs ging Richtung Island. Davon berichte ich demnächst, aber so viel kann ich schon verraten: Island war für mich noch viel beeindruckender als Norwegen!