Freitag, 3. August 2012

Reykjavik/Island



Mitten im europäischen Nordmeer gelegen, gerade noch unterhalb des Polarkreises, das ist Reykjavik, die nördlichste und vielleicht auch heißeste Hauptstadt der Welt. Jedenfalls unter der Erde. Denn dort brodelt es gewaltig und der Dampf zischt hier einfach aus dem Boden. Um die Heißwasserversorgung muss sich also in dieser Stadt niemand Gedanken machen, sie scheint auf Jahrhunderte gesichert. Wie zum Beweis thronen sechs Heißwassertanks (Inhalt 24 Millionen Liter 85°C heißes Wasser) unter der prächtigen Glaskuppel "Perlan" (die Perle) über der Stadt. Von hier hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt und von dort aus habe ich auch das Foto gemacht.

Dann ging es weiter zum Geothermalgebiet in die Heimat der Geysire.

Dort schleudert der "Strokkur" alle paar Minuten eine Wassersäule die bis zu 25 Meter hoch sein kann in die Luft. Ringsherum brodelt, dampft und zischt es und man wird das Gefühl nicht los mitten in Teufels Küche zu stehen







Nicht weit von hier sorgt dann der "Gullfoss" für ein besonderes Naturschauspiel. Wenn die Sonne scheint, verwandeln sich Millionen von Wassertropfen des 30 Meter in die Tiefe stürzenden Wasserfalls in einen farbenfrohen Regenbogen. Und sie schien als wir da waren, überhaupt hatten wir großes Glück mit dem Wetter, es hätte ja auch regnen können........



Sowohl geologisch als auch historisch brisant ist das Gebiet von "Thingvellir". In diesem wunderschönen Tal vulkanischen Ursprungs mit dem Freiluft-Parlament von Island, dem "Althing", versammelten sich einst die Führer der unabhängigen Wikingerfamilien

Im ältesten Naturschutzgebiet Islands sind zahlreiche Erdspalten und Risse beeindruckende Zeugnisse der Kontinentaldrift. Es entstand ein ein faszinierendes Gebiet mit Lavaströmen, tiefen Erdspalten, Seen und üppiger Vegetation.



Auffallend für den Mitteleuropäer ist der Mangel an Wäldern. Zur Zeit der Landnahme war dies anders, etwa 20 % des Landes waren bewaldet, die alten Chroniken berichten sogar, das Land sei „… von der Küste bis in die Berge“ bewaldet gewesen. Vor allem traf man ausgedehnte Birkenwälder an, wie Forschungen erwiesen haben. Durch Rodung zur Gewinnung von Weiden, Feuerholz und Holzkohle und die anschließende Beweidung, die Sprösslinge nicht mehr aufkommen ließ, verschwanden diese Wälder jedoch bereits in den ersten Jahrhunderten der Besiedlung. Nur spärliche Reste der niedrigwachsenden Birkenwälder überlebten.

Wer hätte das gedacht: Mittagessen bei strahlendem Sonnenschein auf dem Außendeck, kann es was schöneres geben?
Und dann mussten wir Abschied nehmen von dieser interessanten Insel, denn schon wieder ertönte die Auslaufmelodie und nun ging es Richtung Schottland.