Mittwoch, 8. Oktober 2014

Mit der Schmalspurbahn durch Sardiniens Norden

 Etwa eine halbe Stunde Fahrzeit von der Hafenstadt Olbia entfernt (mit dem Bus auch etwas mehr) liegt die kleine und idyllische Hauptstadt der Gallura Tempio Pausania auf einem Hochplateau zu Füßen des Monte Limbara


 Seinen Charme entfaltet die Stadt vor allem im historischen Ortskern mit den unverputzten Granithäusern, kleinen Cafes und doch recht vielen modernen Geschäften die man hier in der Pampa gar nicht vermutet. Doch immerhin hat Tempio 13000 Einwohner, ist also zahlenmäßig genau so groß wie meine Heimatstadt.  Die Wirtschaft Tempios ist vorwiegend von Korkabbau und –verarbeitung, aber auch von Granitabbau und Weinbau geprägt. In den Weinbergen von Tempio reifen hervorragende Vermentino- und Muskatweine.
 Besonders die Balkone an den Häusern sind wahre Schmuckstücke und werden auch heute noch in reiner Handarbeit hergestellt. Berühmt ist die Stadt aber auch für seine Mineralquellen, deren Wasser z.T. in Flaschen gefüllt und auf ganz Sardinien angeboten wird.






 Immer wieder Einblicke in verschwiegene Gässchen, doch leider hatten wir nicht so viel Zeit um alle zu erkunden. Für einen Kaffee hat es aber dennoch gereicht, wir haben ja schließlich Urlaub!
An der Piazza San Pietro stehen drei Kirchen:
die Kirche Santa Croce, das Oratorio del Rosario und die Kathedrale San Pietro. 

 Für jeden gefallenen Soldaten vom 1. Weltkrieg (oder war es der 2? )wurde hier eine Steineiche gepflanzt

 Sehenswert ist auch der kleine Bahnhof von Tempio.

 Die Schalterhalle ist mit Ölgemälden versehen, die Ausschnitte aus dem alten sardischen Dorfalltag zeigen.
Die Malereien stammen von Giuseppe Biasi, der in den 1930er Jahren den Auftrag zu dieser Arbeit erhielt. Biasi war einer der berühmtesten sardischen Künstler des 20. Jahrhunderts.



 Bevor wir nun mit der Schmalspurbahn losfuhren durften wir uns noch die Werkstatt ansehen in der alles repariert wird was so anfällt und was es heute gar nicht mehr zu kaufen gibt. Arbeit gibt es genug, das sieht man an den rostigen Ungetümen die hier zuhauf rumstehen




 Hier ein Blick in einen der nostalgischen Waggons der Bahn die  dann gemütlich durch die Gegend ruckeln. Und es ruckelte manchmal gewaltig und die Hälfte der Fotos die ich von der Landschaft gemacht habe ist leider verwackelt
 Nach dem regnerischen Tag in Rom waren wir froh dass wir heute blauen Himmel hatten. So konnten wir die herrliche Aussicht bei offenen Fenstern und frischer Luft genießen


 An einem Stausee hielt der Zug dann an und wir wurden mir sardischen Spezialitäten verwöhnt.

 Es gab Wein, Brot, Wurst, einen herrlichen Ziegenkäse und natürlich Oliven. Die dürfen hier nicht fehlen, aber mein Geschmack sind sie trotzdem nicht


 So sieht eine Korkeiche aus wenn sie frisch geschält ist. Das leichte und schwammige Korkgewebe zeigt senkrechte Risse und ist an der Außenseite weiß, an der Innenseite rot bis rotbraun. Nach der Ernte des Korks erscheint der Stamm rotbraun, später jedoch deutlich dunkler

Noch ein letzter Blick auf den Stausee, dann steigen wir wieder in den Zug der uns zum Bahnhof fuhr wo auch schon der Bus nach Olbia auf uns wartete und uns zurück zum Schiff brachte

Kommentare:

  1. Das ist ja sehr interessant, ich hab noch nie eine Korkeiche gesehen, geschält gar nicht. Der Ort gefällt mir sehr gut, die Gemälde würde ich gerne aus der Nähe ansehen. Italien mag ich sowieso, leider scheitert ein Besuch meist daran,dass ich nach oben fahre.

    Sigrun

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  2. Ich glaube, da könnte es mir auch gefallen. Die Stadt sieht richtig gemütlich aus.
    Auf die Oliven würde ich allerdings auch dankend verzichten. :)

    Viele Grüße
    Margrit

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  3. Liebe Lis,
    durch die Blogs lerne ich immer wieder Orte kennen, die mir bisher fremd waren - das gefällt mir -
    Korkeiche... schon gehört aber nie gesehen - echt interessant -
    die Balkone haben gleich meinen Blick auf sich gezogen - herrlich -

    vielen Dank -

    liebe Grüße - Ruth

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  4. Bei den wunderschönen Bildern kann man glatt den Regen hier vergessen. Und lernen kann man gleich dazu, ich hab noch nie solche geschälten Korkeichen gesehen. Danke für den tollen Reisebericht.

    Liebe Grüße
    Lisa

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  5. Hallo Lis. Schön sind deine Landschatssbilder anzusehen. So eine Korkeiche habe ich noch nie gesehen.
    Schönen Tag und liebe
    GRÜße Jana.

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  6. Wie schön, liebe Lis. Seit wann bist du denn so gelb im Gesicht :)
    Sardinien würde mich mal mit dem Motorrad reizen. Aber wenigstens hab ich so ein Stück Korkrinde, mitgebracht bekommen von guten Freunden. Außerdem hatten sie noch eine Katze mitgebracht, die hat sich in D gut eingelbt und ist kugelrund geworden :)

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    1. Das bin nicht ich, in so einem Outfit würde ich nie rumlaufen

      Lis

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  7. Oh, liebe Lis du warst auf Sardinien ? Was für ein Traum.
    Das wäre mal was. Und Rom kenne ich auch nur von einer
    Nacht mit Regen ;-)) Übernachtet im Motel und dann am Morgen weiter
    Richtung Kalabrien. Wunderschön deine Bilder !!
    Liebe Grüße
    Rita

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