Freitag, 1. Dezember 2017

Es war einmal.....

......eine serbische Fichte und diese Fichte wollte unbedingt ein Christbaum werden! Quatsch, aber so fangen halt viele Märchen und Geschichten an, so auch diese. 
Vor etwa 18 Jahren (so genau weiß ich das jetzt nicht mehr) hatte ich in einer Gärtnerei ein kleines Bäumchen gekauft, einfach weil ich auch im Winter etwas Grünes vor dem Fenster haben wollte. Leider sagte man mir damals niemand dass aus dem kleinen Bäumchen einmal eine riesige Fichte werden würde! Deren Wurzeln ragten mit der Zeit immer weiter in das Nachbargrundstück hinein und machten sich dort auf dem Dach der Tiefgarage breit.





Was also tun? Doch da kam die Rettung in Form eines Inserates in der Zeitung in der die Kurverwaltung schöne große Fichten oder Tannen für für den Kurpark suchten. Hurra, das war meine Rettung und ich rief dort auch gleich an um mitzuteilen dass wir so einen Baum hier stehen hätten. Der zuständige Gärtnermeister kam dann auch vorbei, sah den Baum, nickte wohlwollend und meinte dass er genau richtig wäre. Allerdings hatte er ein paar Bedenken wegen der Breite des selbigen, denn zum Abtransport war leider nicht sehr viel Platz vorhanden. Auch mein Mann war ein wenig skeptisch, doch wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg


Und so kam es dass am Montag vor dem 1. Advent ein Trupp starker Männer mit einer Motorsäge, einem Traktor mit Hänger und anderen Gerätschaften anrückte um ihn an seinen neuen Platz zu transportieren. Zuerst wurde ein Seil um den Baum gelegt, dann der Stamm fast durchgesägt und dann zogen ein paar Männer den Baum nach unten und so konnte der Stamm vollends durchgesägt werden. Es ging so schnell, dass ich von der ganzen Umfallaktion nur ein einziges Foto machen konnte.
Da lag er nun und wurde erst mal vermessen wie groß er überhaupt war. Stolze acht Meter maß er, doch damit war er für den Zweck den er erfüllen sollte sogar ein ganzes Stück zu groß

So wurden unten ein paar Äste gekappt und dann der Stamm um einen guten Meter gekürzt.

Hier wird er gefährlich nahe am Haus vorbei an die Straße geschleppt, wo auch schon der Traktor auf ihn wartete

Das war auch das erste mal im Leben dass ich einen Tannenbaum durch die Luft schweben sah!

Und da lag er nun auf dem Hänger, bekam zum Transport ein rotes Tuch an seinen Wipfel gehängt und winkte mir damit beim abfahren noch zu. Na ja, es sah wenigstens so aus......

Hier stand er einmal und seit er weg ist, haben wir viel mehr Licht im Schlafzimmer und im Bad. Am Boden liegt noch das Stück vom Stamm das abgesägt wurde, das werden wir irgendwann im Kachelofen verschüren. Ein paar Wedel liegen auch noch hier, mit denen könnte ich dann noch ein paar Kränze binden so ich denn Lust dazu habe, oder einfach damit machen was ich will

Neugierig wie ich nun mal bin wollte ich natürlich auch wissen wann er aufgestellt wird und es wurde mir gesagt dass das zum Wochenende geschehen würde. Gestern bin ich mit der Digi in den Kurpark um zu sehen ob er schon aufgestellt war. Schon von weitem sah ich ihn in seiner ganzen Pracht stehen und war fast ein wenig stolz auf ihn. Ich kam mir beinahe schon wie seine Mutter vor, aber das ist natürlich Blödsinn. Aber immerhin hatte ich ihn selber gepflanzt und ihn 18 Jahre lang wachsen sehen, quasi bis zur Volljährigkeit! Nun grüßt er bis weit ins neue Jahr hinein die Besucher des Kurparkes und wenn es dunkel wird erstrahlen  seine Lämpchen und erhellen die Nacht. 
Das war die Geschichte unseres Baumes, ich hoffe ich konnte euch damit ein wenig unterhalten

Kommentare:

  1. Das ist doch eine richtig gute Geschichte! Ein wunderschöner Christbaum, schön gewachsen. Der sieht sicher beleuchtet klasse aus. Ja, da kannst du doch stolz sein!
    Schönen Advent und liebe Grüße
    Rafaela

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  2. Liebe Lis,
    eine wunderschöne Christbaumgeschichte und du kannst zu Recht schon stolz auf dein schönes Exemplar sein, wenn es nun im Lichterglanz erstrahlt und die Menschen in der Adventszeit erfreut.
    Einen schönen 1. Adventssonntag wünsche ich dir - lieben Gruß, Marita

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  3. Ja, liebe Lis, manchmal wird so ein Baum für den Platz
    an dem er steht einfach zu groß. Da ist es gut,
    wenn er dann weicht und einem guten Zweck dient und sogar
    ein Christbaum wird.
    Ganz viele liebe Grüße sendet dir Urte

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  4. da passt doch alles , die Fichte hat euch viel Jahre erfreut,
    Und mit Wurzelschäden ist es keine vergrnügen...doch sei auch froh dass ihr sie so gut habt noch fällen können. Und nun erfreut sie noch die Stadt. Liebe Grüße von Frauke

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  5. Fichten hatten wir auch eine Menge im Garten, die mein Vorgänger mal als Sichschutz gepflanzt hatte, die aber irgendwann einfach nur Problembäume waren und gefällt werden mussten und das ging auch so schnell, dass ich das Meiste verpasst habe. Euer Baum macht aber jetzt sicher noch ganz vielen menschen eine Freude.

    Ich wünsche Dir einen schönen ersten Advent.
    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  6. Dein Baum hat doch jetzt eine tolle Aufgabe und du hast mehr Licht. So ist doch allen geholfen.

    Schönen 1. Advent
    Margrit

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  7. Hallo Lis, das ist ja prima gelaufen mit eurer großen Fichte! Ihr seid sie los und im Kurpark kommt sie noch mal zu großen Ehren!
    Ich kann verstehen, daß du da ein bisschen stolz bist, daß eure Fichte den Weihnachtsbaum abgibt!
    Und im Garten und ist's nun heller! Bestens gelaufen, würd ich sagen!
    LG Andrea

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  8. Liebe Lis, da hat der Baum am Ende doch einen guten Zweck erfüllt. Wenn Bäume einmal zu groß für den Garten werden, muss man einfach handeln. Es hilft einfach nix.

    LG Kathrin

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  9. Hallo Lis,
    gute Lösung für ein zu groß gewachsenes "Problem". Wir haben vor Jahren auch ein "kleines " Tannenbäumchen von Weihnachten entsorgt. Seither halte ich die alten Christbäumen nach dem anpflanzen mehr im Blick.
    LG Dagmar

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  10. Was für eine gute Lösung! Ich stelle mir, ihn selber entsorgen zu müssen, wenn er zu groß geworden ist. Da hat der Baum es doch prima getroffen, und ihr auch!

    Al

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  11. Liebe Lis,
    das kenne ich von unseren Nachbarn. Sie haben gleich mehrere Tannen in den Garten gepflanzt. Gefühlt wachsen sie einen Meter pro Jahr. Jetzt haben sie schon eine wieder entfernt, weil die Sat.schüssel keinen Empfang mehr hatte. Man darf sich von den kleinen Bäumchen nicht verführen lassen ... . Genießt das wiedergewonnene Licht.
    Eine schöne Adventszeit Susanne

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  12. Eine viel schönere Geschichte als die, die bei uns am 5. Dezember 2011 geschah. Und noch dazu ein gutes Werk, denn der Baum macht wirklich eine gute Figur.
    Unsere 2 über 40 Jahre alten Grenzfichten schwebten zwar jeweils in 3 Teilen mittels Kran sogar übers Haus - was wirklich beeindruckend war, aber dafür wurden sie auf der gesperrten Straße dann gleich zu Kleinholz gemacht und landeten im Container. Es gab trotz Weihnachtszeit kaum Bedarf. Lediglich ein paar Zapfen habe ich von ihnen noch in der Garage. Und ab und an laufen noch ein paar Kinder von ihnen irgendwo auf …
    Da ist Deine Geschichte wirklich fast ein schönes Märchen. Auch wenn ich es immer noch nicht mag, dass Bäume für Weihnachten gefällt werden. Unsere Sämlingsfichte haben wir einfach vor einigen Jahren mal gekappt. Und nun haben wir in 1 oder 2 Jahren wieder einen echten Weihnachtsbaum, der dann wieder nachwachsen darf - so er denn will …
    Ich wünsche Dir eine schöne restliche Weihnachtszeit.
    VG Silke

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